Strategischer Bericht: GoHighLevel – Plattform- & Marktanalyse (Stand: Anfang 2026)

Strategischer Bericht: GoHighLevel – Plattform- & Marktanalyse (Stand: Anfang 2026)

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GoHighLevel hat sich zu Beginn 2026 als zentrale Kraft im Markt für Marketing-Automatisierung und CRM etabliert. Dieser strategische Bericht analysiert Plattformfähigkeiten, Zielgruppen (insbesondere Agenturen und White-Label), Nutzererfahrungen und den Vergleich mit HubSpot. Fazit: GHL ist ideal für Agenturen und Unternehmer mit Fokus auf Kontrolle und All-in-One; HubSpot für etablierte B2B-Unternehmen mit Fokus auf Komfort und Skalierung.

1.0 Einleitung: Strategische Positionierung von GoHighLevel im Jahr 2026

Zu Beginn des Jahres 2026 hat sich GoHighLevel (GHL) fest als eine zentrale und zunehmend dominante Kraft im Markt für Marketing-Automatisierung und CRM-Plattformen etabliert. Insbesondere für Marketingagenturen, Berater und Solopreneure ist die Software nicht mehr nur eine Alternative, sondern ein entscheidendes Diskussionsthema bei der strategischen Ausrichtung des eigenen Technologie-Stacks. Die Kernidentität von GoHighLevel liegt in seinem Versprechen, als echte „All-in-One“-Plattform zu fungieren. Sie zielt darauf ab, ein fragmentiertes Ökosystem spezialisierter Einzelanwendungen – wie ClickFunnels für den Funnel-Bau, Calendly für die Terminplanung und diverse E-Mail-Marketing-Tools – in einer einzigen, integrierten Umgebung zu konsolidieren.

Diese Konsolidierung adressiert eine der größten Herausforderungen moderner Kleinunternehmen. Wie der langjährige Nutzer Oliver Zehnter es beschreibt, ist es das „Chaos an verschiedenen Tools“, das Unternehmen dazu bewegt, nach einer zentralisierten Lösung zu suchen. Die Notwendigkeit, fünf oder mehr verschiedene Softwarelösungen über Schnittstellen wie Zapier zu verbinden, führt unweigerlich zu Brüchen in den Arbeitsabläufen, Datenverlust und Ineffizienz – ein Problem, das GHL im Kern zu lösen versucht.

Dieser Bericht bietet eine detaillierte Analyse der Plattformfähigkeiten, der strategischen Ausrichtung und der entscheidenden Marktpositionierung von GoHighLevel zu Beginn des Jahres 2026, beginnend mit einer Untersuchung der Kernfunktionen und jüngsten Innovationen.

2.0 Analyse der Plattformfähigkeiten und Neuerungen 2026

Der strategische Wert von GoHighLevel liegt nicht nur in der schieren Anzahl der verfügbaren Funktionen, sondern in deren tiefer Integration innerhalb eines einzigen Ökosystems. Die Plattform ersetzt nicht einfach nur einzelne Werkzeuge; sie verbindet deren Funktionalitäten nativ, was zu nahtlosen Automatisierungen führt, die mit einem fragmentierten Tool-Stack nur schwer oder kostspielig zu realisieren wären. Diese umfassende Integration ist zugleich die größte Stärke und eine der am häufigsten kritisierten potenziellen Schwächen der Plattform.

Aus dieser Dualität lässt sich eine zentrale These zur strategischen Rolle von GoHighLevel ableiten: Einerseits agiert die Plattform als ein extrem leistungsfähiger „All-in-One“-Enabler, der es Agenturen und kleinen Unternehmen ermöglicht, komplexe Marketing- und Vertriebsprozesse effizient zu verwalten. Andererseits manifestiert sich ihre Schwäche in der Wahrnehmung als ‚Swiss Army knife‘: ein Werkzeug, das vieles kann, aber in keiner Einzeldisziplin die Tiefe spezialisierter Best-in-Class-Lösungen erreicht.

# 2.1 Fundamentale Werkzeuge: CRM, Funnels und Website-Builder

Die Basis von GoHighLevel wird durch drei Kernmodule gebildet, die das Fundament für alle weiterführenden Marketing- und Vertriebsaktivitäten legen.

CRM & Pipeline Management: Das Herzstück ist ein visuelles CRM, dessen Kontaktansicht strategisch in drei Bereiche unterteilt ist: Das linke Panel enthält grundlegende Kontaktdaten, das mittlere dient als Kommunikationszentrale für E-Mails, SMS und Anrufe, und das rechte Panel zeigt eine vollständige Aktivitäts-Timeline. Leads und Deals werden als „Opportunities“ in anpassbaren Pipelines dargestellt, was die Verfolgung von potenziellen Kunden durch verschiedene Verkaufsphasen per Drag-and-Drop ermöglicht.

Funnel & Website Builder: GoHighLevel enthält einen voll funktionsfähigen Drag-and-Drop-Builder zum Erstellen von Marketing-Funnels und kompletten Websites. Dieses Tool ist als direkter Ersatz für spezialisierte Plattformen wie ClickFunnels positioniert. Erfahrene Marketer kritisieren jedoch häufig, dass in GHL erstellte Seiten oft ein „DIY“- oder „unterfinanziertes“ Erscheinungsbild haben, was die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens beeinträchtigen kann.

Kalender & Terminplanung: Eine nativ integrierte Kalenderfunktion ermöglicht die Erstellung und Verwaltung von Buchungskalendern für verschiedene Teams und Events. Diese Funktion ersetzt externe Dienste wie Calendly vollständig und ermöglicht es, Terminbuchungen direkt als Trigger für automatisierte Workflows zu nutzen.

# 2.2 Marketing-Automatisierung und Multi-Channel-Kommunikation

Die wahre Stärke von GHL entfaltet sich in den Automatisierungsfähigkeiten, die eine Kommunikation über verschiedene Kanäle hinweg orchestrieren. Der visuelle Workflow-Builder ist das zentrale Element, das es ermöglicht, komplexe, bedingungsbasierte Abfolgen zu erstellen.

Die Plattform unterstützt nativ eine breite Palette von Kommunikationskanälen:

E-Mail-Marketing

SMS-Kommunikation

Automatisierte Anrufe & Voicemail-Drops

Facebook & Instagram Messenger (DMs)

Eine wesentliche Neuerung, die die globale Reichweite der Plattform erheblich erweitert, ist die native Integration der offiziellen WhatsApp Business API. Dies ermöglicht es Unternehmen, Kunden auf der weltweit meistgenutzten Messaging-Plattform automatisiert und regelkonform zu erreichen und die Kommunikation im zentralen GHL-Posteingang zu verwalten.

# 2.3 Schwerpunkt 2026: Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI)

Anfang 2026 hat sich Künstliche Intelligenz von einem optionalen Add-on zu einem integralen Bestandteil des GoHighLevel-Ökosystems entwickelt. Die KI-Funktionen sind darauf ausgelegt, manuelle Aufgaben zu reduzieren und die Effizienz in Kommunikation und Content-Erstellung zu steigern.

1. Voice AI: Die Plattform bietet die Fähigkeit, eingehende und ausgehende Anrufe durch eine KI zu führen. Diese kann nicht nur vordefinierte Skripte abarbeiten, sondern auch die Stimme des Nutzers nachahmen, um ein natürlicheres Gesprächserlebnis zu schaffen.

2. Conversational AI: KI-gestützte Agenten können Konversationen über SMS, E-Mail und Website-Chat-Widgets autonom verwalten. Ihr Hauptziel ist es, qualifizierte Leads zu identifizieren und Termine in den Kalender des Vertriebsteams zu buchen.

3. Content & Workflow AI: Für die Erstellung von Inhalten wie E-Mails, Blog-Artikeln oder Social-Media-Posts sowie für die intelligente Automatisierung von Nachrichten in Workflows wird eine KI angeboten. Die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert über ein Credit-System oder nach Wortanzahl.

4. AI-gestütztes Ad Management: Durch Integrationen mit spezialisierten Tools wie Plai vereinfacht GHL die Erstellung, Verwaltung und Optimierung von Werbekampagnen auf Plattformen wie Meta, TikTok und Google mithilfe von KI.

# 2.4 Das wachsende Integrations-Ökosystem

Obwohl GoHighLevel als All-in-One-Lösung konzipiert ist, erweitert ein wachsendes Ökosystem von Drittanbieter-Integrationen die Kernfunktionalität erheblich. Diese Anbindungen ermöglichen es, spezialisierte Anforderungen abzudecken, die über den nativen Funktionsumfang hinausgehen.

IntegrationskategorieStrategischer Nutzen & Beispieltool
Business-TelefonieZentralisierung der Sprachkommunikation und Anreicherung von Kontaktdaten mit Anruf-KI-Analysen (z. B. NUACOM).
Marketing AttributionDirekte Verknüpfung von Werbeausgaben mit dem Umsatz, um den tatsächlichen ROI zu verstehen (z. B. SegMetrics).
Proposal & Dokumenten-AutomatisierungAutomatisierte Erstellung und Nachverfolgung von Verkaufsdokumenten direkt aus einem Workflow heraus (z. B. PandaDoc).
Projektmanagement-AutomatisierungAutomatisierung der Übergabe von gewonnenen Deals vom Vertrieb an operative Teams (z. B. Asana).
ZahlungsabwicklungNative Annahme von Einmal- und wiederkehrenden Zahlungen direkt über GHL-Funnels und Rechnungen (z. B. Stripe).
Universelle AutomatisierungVerbindung von GHL mit Tausenden weiteren Apps über Middleware, wenn keine native Integration besteht (z. B. Zapier & Make).

Dieses Ökosystem macht die Plattform flexibler, unterstreicht aber auch eine wiederkehrende Kritik: Für fortgeschrittene oder komplexe Anbindungen, die über die nativen Möglichkeiten hinausgehen, ist der Einsatz von Middleware wie Zapier oder Make oft unumgänglich, was zu zusätzlicher Komplexität und Kosten führen kann.

3.0 Zielgruppenanalyse und das White-Label-Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von GoHighLevel ist untrennbar mit seiner primären Zielgruppe verbunden: Marketingagenturen. Das Herzstück dieses Modells ist die White-Labeling-Fähigkeit, die es Agenturen erlaubt, die gesamte GHL-Plattform unter ihrer eigenen Marke zu vertreiben. Im Wesentlichen können Agenturen damit über Nacht zu Software-as-a-Service (SaaS)-Anbietern werden.

# 3.1 Das Kernmodell: Agenturen und SaaS-Reseller

Für Agenturen bietet das SaaS-Modell erhebliche strategische Vorteile. Der „Unlimited“-Plan für 297 $/Monat erlaubt die Erstellung einer unbegrenzten Anzahl von Unterkonten für Kunden. Agenturen können diese Konten unter ihrem eigenen Branding, mit eigener Domain und eigenem Logo zu selbst festgelegten Preisen weiterverkaufen. Dies schafft nicht nur eine wertvolle, wiederkehrende Einnahmequelle (Monthly Recurring Revenue, MRR), sondern erhöht auch die Kundenbindung (Stickiness) drastisch. Wenn die gesamten Marketing- und Vertriebsprozesse eines Kunden auf der von der Agentur bereitgestellten Software laufen, wird ein Wechsel des Dienstleisters ungleich schwieriger.

Dieses Modell birgt jedoch auch ein Konfliktpotenzial. Viele unerfahrene Unternehmen schließen einen Vertrag mit einem White-Label-Anbieter ab, stellen aber später fest, dass sie die gleiche Software direkt bei GoHighLevel zu einem günstigeren Preis beziehen könnten. Diese Erkenntnis kann zu Spannungen und dem Gefühl führen, in einem überteuerten System gefangen zu sein.

# 3.2 Die Herausforderung: Das Support-Modell

Ein zentraler und häufig kritisierter Aspekt des GHL-Geschäftsmodells ist die Support-Struktur. GoHighLevel bietet direkten technischen Support ausschließlich für die Inhaber der übergeordneten Agenturkonten. Endnutzer, die ein Unterkonto über eine Agentur beziehen, haben keinen direkten Zugang zum GHL-Support und sind vollständig auf die Unterstützung durch ihre jeweilige Agentur angewiesen.

Dies stellt für viele Agenturen eine erhebliche Herausforderung dar, da sie nicht immer über die Ressourcen oder das technische Know-how verfügen, um umfassenden SaaS-Support zu leisten. Die Konsequenz ist oft eine unzureichende Betreuung der Endkunden. Laut dem Branchenbeobachter flowdocs ist dieses Problem so gravierend, dass ‚7 von 10 Unterkonten, die zu einem eigenen Agenturkonto wechseln, dies aus genau diesem Grund tun‘ – sie werden selbst zu Lizenznehmern, um direkten Zugang zum offiziellen Support-Team von GoHighLevel zu erhalten.

4.0 Nutzererfahrungen und Marktmeinungen: Eine Synthese

Die wahre Leistungsfähigkeit und die Schwachstellen einer Softwareplattform offenbaren sich oft erst in den ungeschönten, praxisnahen Erfahrungen langjähriger Nutzer. Jenseits von Marketingversprechen zeichnen Forendiskussionen und Bewertungsportale ein differenziertes Bild von GoHighLevel. Dieser Abschnitt destilliert die am häufigsten genannten positiven Aspekte und wiederkehrenden Kritikpunkte aus der täglichen Anwendung.

# 4.1 Wahrgenommene Stärken und positive Aspekte

Basierend auf einer Analyse von Nutzerdiskussionen und Trustpilot-Bewertungen werden die folgenden Punkte durchweg als die größten Stärken von GoHighLevel gelobt:

Konsolidierung & Effizienz: Der größte Vorteil ist die massive Reduzierung des Verwaltungsaufwands. Anstatt fünf oder mehr separate Tools zu verwalten und zu synchronisieren, werden alle Kernprozesse in einer einzigen Software gebündelt.

Kostenersparnis: Durch den Wegfall mehrerer einzelner Software-Abonnements können Unternehmen signifikante monatliche Lizenzgebühren einsparen. Für viele ist dies der entscheidende Faktor für den Wechsel.

Leistungsstarke Automatisierungen: Die Fähigkeit, komplexe, kanalübergreifende Workflows zu erstellen, wird als Kernstück der Plattform angesehen. Viele Nutzer berichten, dass sie ihren gesamten Geschäftsbetrieb über diese Automatisierungen abbilden.

Ständige Weiterentwicklung: Ein häufig gelobter Punkt ist die Agilität des Entwicklungsteams. Nutzer haben das Gefühl, dass auf ihre Bedürfnisse gehört wird und konstant neue Features und Verbesserungen veröffentlicht werden.

Hervorragender Kundensupport: Auf Plattformen wie Trustpilot wird der Kundensupport überwiegend positiv bewertet. Nutzer beschreiben das Support-Team als geduldig, kompetent, hilfsbereit und bemüht, auch komplexe Probleme zu lösen.

# 4.2 Kritische Anmerkungen und wiederkehrende Nachteile

Trotz der vielen Vorteile gibt es eine Reihe von wiederkehrenden Kritikpunkten und Herausforderungen, die potenzielle Nutzer berücksichtigen sollten:

Steile Lernkurve: Viele neue Nutzer fühlen sich von der Fülle an Funktionen anfangs überfordert und empfinden die Benutzeroberfläche als unübersichtlich. Es erfordert Zeit und Engagement, bis der „Aha-Moment“ eintritt und die Zusammenhänge klar werden.

Mittelmäßigkeit der Einzelfunktionen: Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass GoHighLevel zwar alles kann, aber in keiner Einzeldisziplin die Qualität spezialisierter Tools erreicht. Diese „Jack of all trades, master of none“-Eigenschaft kann für anspruchsvolle Anwender frustrierend sein.

Komplexe Preisstruktur: Obwohl die Grundpreise transparent sind, gibt es „versteckte Kosten“. Nutzungsbasierte Gebühren für E-Mail-Versand, KI-Credits und Telefonie können die monatlichen Kosten unvorhersehbar in die Höhe treiben. Ein besonders eindringliches Beispiel ist die A2P-Compliance für SMS-Marketing, für die exorbitante und undurchsichtige Gebühren anfallen, wie etwa 24,49875 $ für die Registrierung und 11,025 $ pro Kampagne pro Monat.

Glaubwürdigkeitsproblem: Ein wiederkehrendes Thema ist das Erscheinungsbild der mit GHL erstellten Websites und Funnels. Diese werden oft als „DIY“ oder sogar „scammy“ wahrgenommen, was die Seriosität und das professionelle Image eines Unternehmens untergraben kann.

Technische Einschränkungen: Bei sehr fortgeschrittenen Automatisierungen stößt die Plattform an ihre Grenzen. Um komplexe Datenmanipulationen oder Anbindungen an nicht nativ unterstützte Systeme zu realisieren, ist häufig der Einsatz von Middleware wie Zapier oder Make erforderlich.

5.0 Wettbewerbsvergleich: GoHighLevel vs. HubSpot

Im Wettbewerbsumfeld wird HubSpot am häufigsten als direkter Konkurrent von GoHighLevel genannt. Ein Vergleich der beiden Plattformen ist für eine strategische Einordnung unerlässlich, da sie trotz funktionaler Überschneidungen auf fundamental unterschiedlichen Philosophien basieren und verschiedene Kernzielgruppen ansprechen. HubSpot ist der etablierte Marktführer mit einem polierten, benutzerfreundlichen Ökosystem, während GoHighLevel als agiler Herausforderer positioniert ist, der auf die spezifischen Bedürfnisse von Agenturen zugeschnitten ist.

# 5.1 Direkter Funktionsvergleich

Die folgende Tabelle stellt die Kernunterschiede in den strategischen und funktionalen Ausrichtungen der beiden Plattformen gegenüber.

FunktionGoHighLevelHubSpot
Primäre ZielgruppeAgenturen, Reseller, serviceorientierte UnternehmenB2B SaaS, Start-ups, KMUs mit Fokus auf Inbound-Marketing
White-LabelingVollständige White-Label-Optionen verfügbarNicht verfügbar
Multi-Channel-AutomationNativ für E-Mail, SMS, Anrufe, DMs in einem WorkflowStark bei E-Mail, SMS nur über Integrationen
Funnel BuilderVollständiger Drag-and-Drop-Funnel-Builder nativ enthaltenLanding-Page-Builder mit dynamischen Inhalten in höheren Tarifen
PreisstrukturFlatrate-Preise ohne Nutzer- oder KontaktlimitsModulare Pläne, Kosten steigen mit Nutzern und Kontakten
Benutzeroberfläche (UI)Funktional, aber als weniger ausgefeilt und überladen empfundenHochglanzpoliert, sauber und intuitiv
IntegrationenWenige native Integrationen, starker Fokus auf API und ZapierÜber 2.000 native Integrationen im App Marketplace

# 5.2 Analyse der Preismodelle und Gesamtkosten

Die Preisphilosophien von GoHighLevel und HubSpot sind grundverschieden und spiegeln ihre jeweilige Zielgruppe wider. Eine Analyse der Total Cost of Ownership (TCO), also der Gesamtbetriebskosten, ist entscheidend, da der reine Lizenzpreis nur einen Teil der Wahrheit abbildet.

GoHighLevel: Das Modell basiert auf einer einfachen Flatrate mit drei Stufen (97 $, 297 $ und 497 $ pro Monat), die unlimitierte Nutzer und Kontakte beinhalten. Die TCO wird hier jedoch maßgeblich durch variable, nutzungsbasierte Zusatzkosten für Kommunikation (E-Mail, SMS, Anrufe) und KI-Funktionen beeinflusst. Dieses Modell begünstigt Agenturen, die viele Kunden mit geringem bis mittlerem Nutzungsvolumen verwalten.

HubSpot: Das Modell lockt mit einem sehr erschwinglichen Einstieg, einschließlich eines leistungsstarken kostenlosen CRM und günstigen Starter-Plänen. Die Kosten skalieren jedoch exponentiell mit der Anzahl der Marketing-Kontakte und der Notwendigkeit professioneller Funktionen. Zur TCO tragen zudem erhebliche, obligatorische Onboarding-Gebühren bei, die für den Professional-Plan bei 3.000 $ und für den Enterprise-Plan bei 7.000 $ liegen. Sobald ein Unternehmen wächst, können die monatlichen Kosten schnell in den vier- oder fünfstelligen Bereich steigen.

Die strategische Schlussfolgerung lautet: Für ein kleines, einzelnes Unternehmen kann HubSpot anfangs sowohl kostengünstiger als auch leistungsfähiger sein. Für eine Agentur, die Dutzende von Kundenkonten verwalten muss, bietet das Flatrate-Modell von GoHighLevel einen deutlich besseren und planbareren Wert.

6.0 Strategisches Fazit und Zukunftsausblick

Nach einer umfassenden Analyse der Plattformfähigkeiten, des Geschäftsmodells und der Marktpositionierung lässt sich die Frage, für wen GoHighLevel Anfang 2026 die richtige Wahl ist, klar beantworten. Die Entscheidung hängt von der fundamentalen Abwägung zwischen Kontrolle und Komfort, zwischen einem All-in-One-Ansatz und einem Best-in-Class-Ökosystem ab.

GoHighLevel ist die ideale Plattform für Marketingagenturen, Berater und Unternehmer, die maximale Kontrolle über ihren Technologie-Stack anstreben. Sie ist perfekt für jene, die eine White-Label-fähige All-in-One-Lösung suchen, um eigene SaaS-Produkte zu schaffen und wiederkehrende Einnahmen zu generieren. Im Gegenzug müssen sie bereit sein, eine steilere Lernkurve und eine weniger polierte Benutzeroberfläche in Kauf zu nehmen.

HubSpot hingegen eignet sich besser für etablierte B2B-Unternehmen und schnell wachsende Start-ups. Diese Zielgruppe benötigt ein ausgereiftes, benutzerfreundliches und hoch skalierbares CRM mit einem riesigen Ökosystem an nativen Integrationen. Sie bevorzugen eine intuitive Bedienung und erstklassigen Support und sind bereit, für diese Qualität mit wachsender Unternehmensgröße deutlich höhere Preise zu zahlen.

Der Zukunftsausblick für GoHighLevel ist vielversprechend. Basierend auf den Beobachtungen von Branchenexperten wie Martin Dellwing entwickelt sich die Plattform über ihre Marketing- und Vertriebswurzeln hinaus. Die Vision ist die eines umfassenden Betriebssystems für Unternehmen, das potenziell auch ERP-Funktionalitäten und ein globales Wallet-System für Zahlungen integrieren wird. In einer von KI geprägten Technologielandschaft könnte die Agilität und Flexibilität von GoHighLevel ein entscheidender Vorteil gegenüber etablierten Giganten wie Salesforce und HubSpot sein. Die Plattform ist gut positioniert, um sich schnell an neue technologische Paradigmen anzupassen und ihre Marktanteile weiter auszubauen.

Häufige Fragen

Für wen ist GoHighLevel 2026 die richtige Wahl?

GoHighLevel ist ideal für Marketingagenturen, Berater und Unternehmer, die maximale Kontrolle über ihren Technologie-Stack anstreben und eine White-Label-fähige All-in-One-Lösung suchen. HubSpot eignet sich besser für etablierte B2B-Unternehmen und schnell wachsende Start-ups mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Skalierung.

Wie positioniert sich GHL gegenüber HubSpot?

GHL bietet Flatrate-Preise ohne Nutzer- oder Kontaktlimits, vollständiges White-Labeling und native Multi-Channel-Automation (E-Mail, SMS, Anrufe, DMs). HubSpot hat ein polierteres UI, mehr native Integrationen und skaliert die Kosten mit Kontakten und Nutzern.

Was sind die Stärken und Schwächen von GHL aus Nutzersicht?

Stärken: Konsolidierung vieler Tools, Kostenersparnis, leistungsstarke Automatisierungen, ständige Weiterentwicklung, guter Support. Schwächen: steile Lernkurve, mittelmäßige Einzelfunktionen im Vergleich zu Best-in-Class-Tools, komplexe Preisstruktur mit nutzungsbasierten Zusatzkosten, Glaubwürdigkeitsproblem bei DIY-Websites.

Wie funktioniert das White-Label- und Agenturmodell?

Der Unlimited-Plan (297 $/Monat) erlaubt unbegrenzte Unterkonten. Agenturen können diese unter eigenem Branding, eigener Domain und eigenem Logo zu selbst festgelegten Preisen weiterverkaufen. Das schafft MRR und erhöht die Kundenbindung. Endnutzer von Unterkonten haben keinen direkten Zugang zum GHL-Support und sind auf die Agentur angewiesen.

Was kostet GHL im Vergleich zu HubSpot (TCO)?

GHL: Flatrate (97 / 297 / 497 $/Monat) mit unlimitierten Nutzern und Kontakten; variable Kosten für E-Mail, SMS, Anrufe und KI. HubSpot: Kosten skalieren mit Kontakten und Modulen; erhebliche Onboarding-Gebühren (z. B. 3.000 $ Professional, 7.000 $ Enterprise). Für Agenturen mit vielen Kunden ist GHL oft planbarer und günstiger.

Wie ist der Support bei GHL strukturiert?

Direkter technischer Support steht nur Inhabern von Agenturkonten zu. Nutzer von Unterkonten (über eine Agentur) haben keinen direkten Zugang zum GHL-Support und sind vollständig auf ihre Agentur angewiesen. Laut Branchenbeobachtern wechseln viele Unterkonten aus genau diesem Grund zu einem eigenen Agenturkonto.

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Zuletzt aktualisiert: 30. Jan. 2026